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Vegan essen im Iran

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Vegan essen im Iran

Nach Aserbaidschan war der Iran das zweite Land, in dem ich sehr oft Mühe hatte, etwas zu Essen zu finden. Zu erwähnen ist, dass mir gesunde und ausgewogene Ernährung wichtig ist. Klar hätte ich mich zwei Monate von frittierten Falafel, Weissbrot und weissem Reis ernähren können. Eine der Fertigsaucen wäre vielleicht auch noch vegan gewesen. Ich spüre jedoch sehr schnell, wenn ich nicht täglich meine Portion Gemüse und Früchte esse und auch, wenn Proteine fehlen. Es fühlt sich an, als ob meinem Körper etwas fehlt. Darüber bin ich aber froh, denn eine gesunde Ernährung ist wichtig.

Nun, der Iran war bekannt für Pistazien, Datteln, Safran und natürlich Shiraz. Pistazien, Nüsse und Datteln waren super für unterwegs. Zu kaufen gab es alles auf dem Bazar. Wobei anzumerken ist, dass die Nüsse verhältnismässig eher teuer waren.

Safran wurde für verschiedene Menüs verwendet. Ich bevorzugte den Safran Tee.

Safran-Tee

Die Iraner assen sehr viele Süssigkeiten wie Kuchen oder Biskuits. Süssigkeiten waren oft einfacher zu finden als Gemüse und Früchte. Es wurde den ganzen Tag und überall Tee getrunken. Meist Schwarztee (Chai). Wenn es gab, bestellte ich Zimtstangen dazu. Was ebenfalls schmeckte war, Kaffee mit Zimt.

In den Restaurants wurden meistens verschiedene Kebab Menüs angeboten. Manchmal gab es eine Salatoption, Brot und Reis. Wenn ich Glück hatte, konnte ich Gemüse und selten Linsen oder Bohnen bestellen. Manchmal bestellte ich Gemüse und serviert wurden die Kräuter, welche normalerweise als Beilage serviert wurden. Das waren zwar vegane Varianten, aber doch etwas langweiliges und nicht sehr nahrhaftes Essen.

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Pickels

Eine iranische Spezialität war, verschiedene in Essig eingelegte Gemüse. Mein Favorit war der eingelegte Knoblauch. Je länger er eingelegt war, desto besser schmecke er. Es sei wie mit dem Wein. Der ältesten Knoblauch, den ich ass, war sieben Jahre eingelegt.

Pickels

Frozen Noodles

Eine vegane Eis-Option waren die gefrorenen Nudeln. Alles bestand mehrheitlich aus Zucker und Geschmack. Wer es gerne extrem süss mag, der liebt die frozen noodles. Vegetarier können zusätzlich eine Kugel Eis bestellen.

FrozenNoodles

Öffnungszeiten

Viele Restaurants und Imbisse hatten Öffnungszeiten, auch in grösseren Städten. Manchmal hatte ich irgendwann am Vormittag oder Nachmittag Hunger und wollte etwas essen. Meine Freunde meinten dann, dass jetzt aber nicht Essenszeit war. Ich schaute sie fragend an, denn für mich war es normal zu essen, wenn ich Hunger hatte. Diesen Luxus hatte ich in Zürich sehr geschätzt. Im Iran musste ich warten, bis die Restaurants wieder offen waren. Es gab auch keinen Supermarkt oder ein “healthy restaurant”, die Bowls, Müslis, Salate oder Sandwiches anboten.

Als wir auf Hormoz waren und am Mittag Falafel suchten, erklärte uns ein Mann mit Händen und Füssen, dass, wenn die Sonne oben am Himmel stehe, es nur Fisch zu essen gab. Wenn sie unter ging, dann gab es Falafel.

Brot

Am liebsten mochte ich Brot mit verschiedenen Kräutern oder Sesam. Ein anderes, sehr dünnes Brot, hatte eine Struktur ähnlich wie Lego. Es eignete sich super um unterwegs Gemüse-Wraps zu machen. Leider trocknete es sehr schnell aus.

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Mandeln & Mandelmilch

Ich liebe Mandeln! Einmal, als wir im Carrefour im Einkaufszentrum waren, sah ich eine grosse Packung Mandeln und nahm sie mit. An der Kasse waren mein Freund und ich recht schockiert, als mein Einkauf 1.5 Mio. gekostet hatte. Er prüfte die Quittung und entdeckte meine Mandeln: 420’000 Rial, etwa CHF 15.00. Das war dann doch etwas zu teuer und er brachte sie zurück. Später realisierte ich, dass es derselbe Preis war, wie ich in der Schweiz bezahlt hätte.

In einem kleineren Shop in einer Region, wo eher die Reicheren wohnten, entdeckte ich Mandelmilch. Ich konnte es nicht glauben, denn es war das einzige Mal, dass ich eine pflanzliche Alternative sah im Iran. Also kaufte ich sie. Die Verkäuferin und meine Begleitung hatten sich unterhalten und ich hatte nicht verstanden worum es ging. Mir wurde erklärt, dass die Milch teuer war. Davon war ich ausgegangen und hatte sie trotzdem gekauft.

Ich lief mit meinen Produkten aus dem Laden. Meine Begleitung schaute mich mit grossen Augen an und fragte, ob ich die Milch jetzt gekauft hätte?! Im selben Moment kam die Verkäuferin raus und sie hatten sich wieder unterhalten. Anscheinend hatte ich die Milch nicht bezahlt, weil sie dachten, dass ich sie nicht kaufen würde.

Nach exaktem umrechnen im Auto stellte ich fest, dass der Liter Mandelmilch CHF 8.00 gekostet hatte. Oops, sie war also wirklich sehr teuer.

Traditionelle Gerichte

Viele Gerichte wurden mit Auberginen gekocht. Folgende drei Menüs konnten vegan zubereitet werden. Leider waren sie in viele Restaurants nicht auf der Karte oder sie wurden bereits in grossen Mengen vorgekocht und mit Milch/Joghurt gemischt. Ansonsten schmeckten alle drei Menüs sehr gut, sie waren einfach sehr fettig.

Ash

Ash war eine Nudelsuppe mit Spinat, Kräutern, Gewürzen, Zwiebeln, Knoblauch, Bohnen und Linsen. Für die nicht vegane Variante wurde noch Käse und Crème verwendet.

Ash

Kashke Bademjan

Kashke steht für eine Art Joghurt. Die vegane Variante war also einfach “Bademjan”. Hauptzutat waren Auberginen. Ergänzt wurden diese mit Knoblauch, Zwiebeln, Tomatenpaste, Gewürzen, Safran und Öl.

kashke-bademjan

Mirza Ghassemi

Dieses Gericht war ähnlich wie Bademjan. Die Hauptzutat waren Auberginen. Wurden Tomaten, Knoblauch, Kurkuma und Pfeffer hinzugefügt, entstand ein leckeres Menü. Die nicht vegane Variante enthielt zusätzlich noch Eier.

Mirza-Ghazemi

Tipps

Manchmal waren die Leute in den Restaurants interessiert, was vegan war. Ich hatte einige Facebook- und Rezeptseiten in Farsi gefunden und ihnen diese und ein paar weitere Informationen aufgeschrieben.

Zu Hause

Viele meinten, dass sie zu Hause auch vegane Menüs oder Optionen kochten. Spaghetti mit Bolognese werde zu Hause oft mit Sojahack gekocht. Auswärts wäre vegan aber sehr schwierig.

Als ich das erste Mal in einer Wohnung war und mich in der Küche umschaute, traute ich meinen Augen nicht. Viele verschiedene Küchenmaschinen und die Schränke waren voll mit Gewürzen, Ölen, Reis, Pasta, verschiedenem Mehl, Pancake-Mischungen usw. Es gab sogar einen Mixer und ich konnte mir Rohkost-Riegel für unterwegs machen. Ich war sehr dankbar, dass ich immer wieder in einer Wohnung mit Küche wohnen und mich so verpflegen konnte.

Restaurants in Teheran

Folgende Restaurants in Teheran hatten vegane Menüs oder vegane Optionen angeboten.

Ich hatte gesehen, dass es in Teheran auch libanesische Restaurants gab. Diese könnten auch vegetarische und vegane Optionen haben.

Kaffee in Teheran

Der Iran war zwar ein Tee-Land, trotzdem hatte ich ab und zu einen richtig guten Kaffee getrunken. Den besten Kaffee fand ich im Sam Cafe, im Norden Teherans. Probiert hatte ich die beiden Filterkaffee-Varianten V60 und Chemex und kann beide empfehlen.

Im Ivan Café und im Kubaba Restaurants schmeckte der Kaffee ebenfalls und in der Stadt gab es verschiedene gemütliche Cafés mit guten Kaffee.

Sowohl das Sam Cafe, als auch das Ivan Café boten WiFi, Tische und Platz zum arbeiten.

sam-cafe

Barbie

Viele dachten im Iran, dass ich vegan ass, weil ich nicht dick werden wollte. Dass ich aus ethischen Gründen kein Fleisch ass, konnten die meisten nicht nachvollziehen. Lustig war, als ich realisierte, dass sie mich im Gespräch ab und zu Barbie nannten. Die Erklärung dafür lautete: ich sei blond, blau und “in shape”, wie Barbie eben. Ich nahm das mal als Kompliment an.

Hinweis: Sämtliche Informationen basieren auf meinen Erfahrungen, den Aussagen verschiedener Menschen und Guides.

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