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Elefanten und Songkran in Thailand 2018

Elephant-Land

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Elefanten und Songkran in Thailand 2018

Die ursprüngliche Idee war, ein 10-tägiges Schweige-Meditationsretreat in Thailand zu machen und danach zu schauen, wo es mich hinzieht. Vor zwei Jahren hatte ich bereits einmal ein 3-tägiges Retreat besucht auf Koh Samui, was aber eher einer Katastrophe glich, weil ich keine Ahnung hatte, was ich da genau machen sollte. Das Schweigen, die minimalistische Unterkunft und das Essen waren alles kein Problem, aber da sitzen und versuchen, das Denken auszuschalten, das war echt hart.

Nun, mittlerweile habe ich mich mehr mit dem Thema “Meditation” auseinandergesetzt und auch schon öfters meditiert und ich wusste, dass es nicht darum ging, den Kopf auszuschalten, denn das ist nicht möglich. Ich war also bereit, herauszufinden, was die 10 Tage mit mir machten. Ich hatte mir einen Platz gebucht und weil ich gerade organisationsfreudig war, buchte ich auch den Flug von Hanoi nach Bangkok und hatte wieder einmal einen Plan.

Zwei Wochen später teilte mir das Retreatcenter mit, dass sie schon ausgebucht waren. Nun, das war jetzt nicht was ich erwartete, aber war halt so. Mein neuer Plan war, einfach mal nach Chiang Mai zu reisen und dann zu sehen, wo es mich noch hinzog.

Reise mit wenig Schlaf

Da ich kein Bangkok Fan bin, entschied ich mich, nach der Ankunft aus Vietnam, direkt vom Flughafen Don Muan mit dem Nachtzug nach Chiang Mai zu fahren. Die letzte Nacht in Hanoi (Vietnam), war sehr lang. Ich hatte 1.5 Stunden im Bett geschlafen, 1 Stunde am Gate und 1 Stunde im Flieger. Dem entsprechend war ich recht langsam unterwegs.

Ich landete am Vormittag in Bangkok und hatte ein paar Stunden Zeit um meine thailändische SIM Karte zu aktivieren, etwas zu essen und das Ticket für den Nachtzug zu buchen. Dieser fuhr kurz vor 19 Uhr, war schön, modern, das Bett war bereit, so dass ich um 19.30/20.00 Uhr eingeschlafen und um 6 Uhr wieder aufgewacht war.

Chiang Mai

Um 7.15 Uhr erreichte der Zug Chiang Mai und eine Grab-Fahrerin brachte mich zum Hostel Dee Marc. Ein einfache, sauberes und sehr günstiges Hostel mit freundlichen Leuten. Happy Cow verriet mir, dass das vegane Restaurant “Goodsouls” ganz in der Nähe war. Ich genoss eine Bananen Mango Passionsfrucht Bowl und einen Matcha Latte mit Sojamilch. Sie hatten auch verschiedene Kuchen und roh vegane Cakes. Endlich!

Im  Goodsouls war mindestens einmal täglich, wenn ich in Chiang Mai war: verschiedene Smoothie Bowls, Muesli, Quinoa-Bohnen-Avocado Salat, Smoothies, Wraps, Sandwiches, Pilz Burger (war der absolute Wahnsinn!!), zwei verschiedene Pancakes, Matcha und Kurkuma Latte. All das hatte ich probiert und war wirklich sehr lecker! Die Karte hätte noch mehr hergegeben.

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Als ich mich via Facebook über die Öffnungszeiten während Songkran informierte, erhielt ich eine deutsche Antwort mit der Frage, ob ich auch Schweizerin sei. Es hatte sich herausgestellt, dass der Besitzer ein Schweizer war. Ein sympathischer Mann aus Thun.

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Altstadt

Es war sehr heiss und die 34 bis 36 Grad machten mir echt etwas zu schaffen. Ab 11 Uhr war es fast zu heiss um sich draussen aufzuhalten. Ich wurde informiert, dass “burning season” war und es  auch sehr viele Waldbrände gab, weil es so heiss war.

Die meiste Zeit verbrachte ich in der Altstadt. Sie war umgeben von Wasser und vereinzelt standen noch Stadtmauern. Die vielen Restaurants, Cafés und Shops wiesen darauf hin, dass es sich um eine touristische Stadt handelte. Was mich überraschte war, dass die Stadt recht gross war, ich hatte eine kleine und Stadt und mehr Natur erwartet.

Mir wurde auch schnell bewusst, dass der Verkehr schneller war als in Vietnam und die Fahrer weniger freundlich. Das über die Strasse gehen musste schneller und konzentrierter geschehen.

Sehenswürdigkeiten hatte ich mir nicht gross angeschaut. Natürlich gab es auch in Chiang Mai sehr viele verschiedene Tempel. Am “three kings monument” lief ich einmal vorbei. Das war eine Skulptur mit den Königen Mengrai, Ramkamhaeng und Ngam Muang, den Gründungsväter Chiang Mais.

Yoga

Im Freedom Yoga besuchte ich ein paar tolle Yoga Stunden. Ich merkte aber schnell, dass sich mein Körper nicht so toll anfühlte und ich total übersäuert war. Meine Schultern, Handgelenke und Hüften waren nicht in Form und fühlten sich eingerostet an.

Basisches Essen

Ich finde es total spannend, wie mir der Körper immer wieder zu verstehen gibt, dass etwas nicht stimmt und geändert werden sollte.

Also hatte ich entschlossen, die nächsten Tage auf saure Lebensmittel zu verzichten und mich nur von Früchten und Gemüse und Säften ohne Zucker (mache ich sowieso immer) oder Sojamilch zu ernähren und auch auf weissen Reis zu verzichten. Zum Glück war das ganz einfach möglich. Das ist das praktische, wenn eine Region touristischer ist. Es war auch einfach möglich einen Salat und Gemüse ohne Zusätze oder Öl und Salz zu bestellen.

Mir war bereits bewusst, dass es einen sogenannten Säure-Basen-Haushalt gab und eine Übersäuerung des Körpers vermieden werden sollte. Als ich mich informierte, was denn nun saure und basische Lebensmittel waren, wurde mir wieder einmal bewusst, weshalb ich zu Hause nie ein Problem mit einer Übersäuerung hatte: Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Ei ass ich nich, auf Zucker versuchte ich weitgehend zu verzichten und Getreideprodukte konsumierte ich auch sehr wenig. Ich fand aber heraus, dass weisser Reis und Tofu, und eben Zucker, sogenannte saure Lebensmittel waren und sie meine Hauptnahrungsmittel in Vietnam waren für 2.5 Monate.

Nach einer Woche fühlte ich mich tatsächlich schon viel besser!

Fussmassagen und Reflexonen Kurs

Bei der Sabai de Ka Massage School hatte ich mich für einen 1-tägigen Fussmassagen und Reflexzonen Kurs angemeldet, den ich mit einer Peruanerin machte. Er war interessant und recht anstrengend, denn wir lernten über 90 Schritte. Da wir nur zu zweit waren, mussten wir auch immer aufpassen und mitmachen und waren voll im Visier der Lehrerin.

Massage-sabaideka

Chiang Mai Elephant Land

Ich wollte unbedingt in ein Elephant Rescue Center. Denn davon gab es viele in Thailand. Elefanten leben in Thailand wild. Heute leider nicht mehr so viele wir früher, aber sie sind heimisch. Leider werden sie sehr oft missbraucht für Shows, zum arbeiten oder für Touristen, die Elefanten reiten wollen. Mir war es deshalb sehr wichtig, dass ich mich richtig informierte, mir verschiedene Zentren anschaute und vor allem die Bewertungen las. Ich wollte in keines gehen, das auch nur eine nicht gute Bewertung hatte. So fand ich das Chiang Mai Elephant Land.

Nach 8 Uhr wurde ich abgeholt und fuhr mit sechs anderen zum Chiang Mai Elephant land. Der Tag war mega interessant, schön und unvergesslich! Wirklich ein Highlight!

Elephant-Land

Was ist das Chiang Mai Elephant Land?

Das Elephant Land befand sich auf 1500 Metern Höhe und bestand seit 2014. Bei den Elefanten handelte es sich um sechs gerettete Tiere, die vorher hart arbeiten mussten oder für Elefanten Shows missbraucht wurden.

Eine Mutter und ihr Baby waren erst seit einem Monat da und etwas schüchtern, weil sie sich nicht an Touristen gewohnt waren. Darauf wurde natürlich Rücksicht genommen und sie waren immer etwas ausserhalb und weiter entfernt von der Menschengruppe.

Das Elephant Land befand sich in einem Nationalpark, welcher der Regierung gehörte und diesen dem Elephant Land zur Verfügung stellte. Dies, weil die Elefanten schon im Nationalpark lebten, als es noch keinen Nationalpark gab.

Elephant Facts

Die asiatischen Elefanten sind andere, als die in Afrika. In Thailand leben noch 2’500 freie Elefanten, davon 100 im Norden, an der Grenze zu Myanmar. Um sie zu schützen und den Bestand zu kennen sind alle gechipt, haben einen Pass, werden jährlich kontrolliert und fotografiert.

Die Elefantenmutter im Elephant Land wog 3800 kg. Eine Elefantin ist 24 Monate Schwanger und geschlechtsreif ab 2 Jahren. Die Geburt findet am Berg statt. Danach muss die Mutter die Plazenta öffnen und es kann passieren, dass sich das Kleine dabei etwas bricht. Danach schubst sie es den Berg runter, damit es sich dreht und die Plazenta ab geht.

Am Tag gehen Elefanten gerne unterschiedliche Wege im Dschungel. Zum schlafen (im stehen oder liegen) treffen sie sich wieder, von ca. 22 – 02 Uhr.

Im Dschungel wachsen 300 – 400 verschiedene Nahrungsmittel. Wenn sie gefüttert werden gibt es Bananen und Zuckerrohr, was rund 30 % des Essens ausmacht und als Snack betrachtet werden muss. Zu viele Snacks sind auch für Elefanten ungesund und Bananen stopfen. Die restlichen 70 % suchen sie sich im Dschungel selber aus, was sie essen möchten. Elefanten sind Veganer und haben nur vier Zähne. Pro Tag isst ein Elefant um die 300 kg. Mit ihrer sensiblen Nase können sie Gras aus einer Entfernung von 4 km riechen.

Beim füttern hören sie auf “bonbon” was so viel heisst wie, “öffne deinen Mund”. Dann kann die Banane direkt in den Mund gelegt werden.

Pro Tag trinkt ein Elefant 150 – 200 Liter Wasser. Dieses kommt vom Berg des Nationalparks und ist somit frisch und rein.

Schlamm und Wasser sind für Elefanten sehr wichtig, denn, wie Wasserbüffel, schwitzen Elefanten nicht. Deshalb müssen sie sich in Wasser baden um abzukühlen. Schlamm auf der Haut schützt sie vor Insekten. Wenn diese stechen, könnten sie Eier in der Haut ablegen.

Elephant-Land

Elefanten können bis zu 60 km/h schnell rennen und dies für 30 – 40 Minuten ohne Pause. Im Dschungel laufen sie jedoch sehr langsam, weil es da viel Holz, Büsche und Bäume gibt. Ihre Augen sehen alles 4 mal grösser, weshalb vieles für sie riesig erscheint. Das ist auch der Grund, warum sie Angst haben, wenn sie Kühe, Affen oder andere Tiere um sich haben. In ihren Augen sind Kühe viel grösser als sie selbst.

Die Sohle der Füsse ist sehr sensitiv, weshalb sie ein Erdbeben bereits 5 – 10 Minuten früher spüren als Menschen. Vor dem Tsunami vor einigen Jahren, machte eine Elefantin einen riesigen Lärm und rannte weg, den Berg hoch beim Chumpon Nationalpark. Damit warnte sie und viele Menschen rannten ihr nach und konnten sich so in Sicherheit bringen.

Spaziergang durch den Dschungel

Wir spazierten im (langsamen) Elefantentempo durch den Dschungel. Der Guide gab uns viele Informationen und zeigte uns auch meine Lieblingstiere (nicht).

Zuerst eine riesige Bananen-Spinne, die auch gegessen werde. Igitt! Die Mutter gebährt die Spinnen in einem Loch. Nach der Geburt wird sie von den Kindern getötet. Sobald es regnet, kommen die Kinder aus dem Loch auf die Erde.

Die zweite Spinne war die Buffalo Spinne. Ich glaube beide gibt es nur da oder nur in Thailand. Diese Spinne hatte wie zwei Hacken. Wenn beide berührt werden, erzeuge sie Elektrizität und es gebe einen elektrischen Schock.

Buffalo-Spider

Der Guide wollte nicht, dass jemand die Spinne so anfasste, denn ein elektrischer Schock könne anscheinend Spermien töten. Das sage man so in Thailand. Ob das wohl stimmt?

Im Dschungel gab es auch Gibbons und Baby Tiger. Wenn die Rinde bei den Bäumen “abgeribscht” ist, weise das darauf hin, dass ein Tier sich daran welzte. Sei Schlamm zu sehen, waren es Elefanten.

Elefanten reiten

Im Elephant Land ist reiten strikt verboten! Jedoch ist Elefanten reiten in Thailand leider nicht illegal, deshalb kann es nicht allgemein verboten werden. Die meisten Touristen die reiten wollen seien Chinesen. Dies nur zum Spass, weil sie sich fühlen wollen wie die Könige früher. Diese kämpften auf Elefanten, wie bei uns auf Pferden gekämpft wurde.

Bitte, bitte reite niemals auf einem Elefanten! Ihr Rücken ist nicht dafür gemacht. Damit sie reiten zu lassen, werden sie mit ganz üblen und qualvollen Methoden misshandelt, bis ihre Seele gebrochen ist und sie alles über sich ergehen lassen.

Auf der Website (in englisch) von “Elephant Jungle Sanctuary” findest du weitere interessante Informationen rund um das Thema Elefanten-Reiten und -Haltung.

Reise nach Pai I

Sunshine Motorcycle Rental wurde mir von einer Freundin empfohlen. Der Besitzer war ein Holländer und machte einen guten Eindruck. Andere Vermietungen hatten oft schlechte Bewertungen weil sie für kleine Kratzer oder andere Dinge zusätzliches Geld wollten. Ich hatte einmal eine ähnliche Erfahrung auf Koh Tao (einer Insel im Süden) und war deshalb etwas vorsichtiger. Bei Sunshine Motorcycle konnte ich einen älteren Roller für 150 Baht/Tag mieten und ich war zufrieden.

Der Herr von der Vermietung meinte, ich soll auf jeden Fall eine Regenjacke mitnehmen, auf einer Seite des Berges wird es regnen. Das sei immer so. Da ich meinen internationalen Führerschein (dieser sei wichtig, weil die Polizei gerne Kontrollen mache) noch im Hostel holen musste, rüstete ich auch mit Regenjacke und Rucksackschutz aus und fuhr los. Tatsächlich, wie schon so oft in Vietnam, nach fünf Minuten begann es zu regnen.

Als der Regen zu heftig wurde, stoppte ich unter einer Brücke, wo bereits einige andere warteten. Als der Regen nicht mehr so stark war, fuhr ich mit drei Kanadiern zum nächsten 7 eleven Shop, um Ponchos zu kaufen. Zwar hatte ich eine Regenjacke, aber ich dachte, mit dem Poncho wären auch die Beine bedeckt. Dies hatte ich nämlich bei den Vietnamesen jeweils so beobachtet. Ich hatte jedoch nicht berücksichtigt, dass die wohl kleiner und schmaler waren als ich.

Glücklicherweise hörte der Regen kurze Zeit später wieder auf. Der eine Kanadier meinte, dass ich mutig sei, alleine zu fahren. Er war glaube ich total unerfahren, denn auf dem Weg nach Pai hatte es ihn zwei Mal in einer Kurve hingelegt. Zum Glück passierte nichts, ausser ein paar Schürfungen. 

Pai

Pai war ein kleines Hippie Dorf mit 3’000 Einwohnern und vielen Amerikanern und Europäer, die seit ein paar Jahren da lebten. Die Stimmung war sehr entspannt, alles waren nett und es war ein idealer Ort um zu entspannen.

Ich wohnte im Hostel Nine House. Es war ein sehr gemütliches Hostel, geführt von einem netten, chinesischen und jungen Paar. Im Dorf gab es verschiedene Restaurants und ich war super happy, als ich einfach eine grosse Portion gemischtes Gemüse ohne Öl und andere Zusätze bestellen konnte.

Nachtmarkt

Im Dorf gabe es eine Walking-Street. In dieser fand jeden Abend, ab 18 Uhr, der Nachtmarkt statt, wo es Kleider, Souveniers und unendlich viel verschiedenes Essen gab. Das meiste Essen war aber auch hier frittiert oder in Öl gebraten. Dumplings wurden zuerst gekocht und dann nochmal in Öl erhitzt. Es gab auch Frühlingsrollen, Mais ohne Butter, Wraps, Nudeln und Reis mit Gemüse.

Pai-Food

Falls du dich fragst, was mein Problem mit Öl ist, erkläre ich dir das gerne kurz. Erstens, in den meisten Ländern, die ich bereiste, wurde das Essen mit viel Öl zubereitet oder frittiert. Irgendwann hängt mir das zum Hals raus, weil es mir nicht schmeckt und es auch nicht gesund ist. Unser Körper braucht Fett genau so wie alles andere, aber einen Teelöffel pro Tag reicht. und mit einem Menü nimmt man wohl schon um die fünf Teelöffel zu sich, oder noch mehr.

Pai-Food

Am Nachtmarkt waren alle Touristen und Reisenden anzutreffen, denn viel mehr war nicht los. Es gab auch sehr viele Restaurants, Bars und Shops, wie in Chiang Mai, einfach in kleinerem und viel gemütlicherem Rahmen. Was immer schön und gemütlich war, waren die Bars mit Livemusik.

Cafés und Restaurants

Das Art in Chai Café war ein gemütliches und schön eingerichtetes Café.  Der Chai war lecker, die Bedienung nicht sehr motiviert und um das Handy aufzuladen wurden 10 Baht pro Stunde verlangt. Eines meiner zwei Lieblingsrestaurants ware der Om Garden. Ich probierte den Kokosnuss Porridge mit Früchten, den braunen-Reis-Salat und verschiedene Smoothies und Tees. Auch hier wirkte die Bedienung  unmotiviert, aber das Essen war lecker und das Restaurant sehr gemütlich mit viel Schatten.

Humus und Falafel gab es im TTK, wo auch die Bedienung freundlicher war. Zudem gab es oft vegane Brownies oder andere Desserts und sie gaben mir oft neue Kreationen zum probieren, wie selbst gemachtes Kokosjoghurt. An gemütlichen Locations und tollem Essen fehlte es in diesem Dorf definitiv nicht.

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Mae Yen Wasserfall

Am ersten Morgen entdeckte ich auf Googlemaps, den rund 2.5 km entfernten Mae Yen Wasserfall. Das war eine tolle Idee für einen Morgenspaziergang. Da ich meinen Laptop dabei hatte stellte ich mir schon vor, wie ich schön im Schatten sitze, dem Wasserfall lausche und an meinen Berichten arbeite.

Der Weg führte durch schöne grüne Landschaft, vorbei an hübschen Hütten und ein paar Kühen. Nach 2.5 km wies mich ein Schild darauf hin, dass es zum Wasserfall noch 7 km in dieselbe Richtung ging. Ich überlegte kurz und dachte, dass das kein Problem darstellen sollte und ich ja zum Wasserfall wollte. Ich war mit meinem Stoffbeutel, dem üblichen Zeugs und in Flipflops unterwegs.

Pai-Wanderung Pai-Wanderung

Ein kleines Abenteuer startete

Immer wieder musste ich einen kleinen Fluss überqueren, weil der Weg abwechselnd am linken und rechten Ufer verlief. Nach rund 1 km lief ich barfuss. Ich war inspiriert von meinem Guide in Vietnam, der mit mir barfuss durch den Wald lief. Der Weg war meist schön weich und das Barfuss laufen hatte sich sehr gut angefühlt. Ich hatte das Gefühl, so richtig mit der Natur verbunden zu sein. Dadurch, dass ich alles sehr intensiv spürte, lief ich viel langsamer und bewusster. Zudem waren die vielen Geräusche der Tiere und des Wassers sehr beruhigend.

Pai-Wanderung

Irgendwann ging es steil den Berg hoch und wieder runter und ich kam verschwitzt beim Wasserfall an. Dieser war schön, aber nichts Spezielles. Der Weg war mehr das Ziel.

Pai-Wanderung Pai-Wanderung

Für dem Rückweg zog ich die Flipflops wieder an,  da ich schneller zurücklaufen wollte. Langsam hatte ich Hunger und Durst, denn ich hatte nur knapp 1.5 liter Wasser (die fast leer waren) und nichts zu essen dabei. Die fast 20 km lange Wanderung war so ja nicht geplant.

Nach wenigen Minuten dachte ich, dass ich Migräne bekomme. Ich sah auf der rechten Seite nicht mehr alles, was recht gefährlich war, den es ging steil den Hang hinunter und der Weg war schmal. Zum Glück ging alles gut und nach zwei Stunden wars dann auch vorbei. Zum Glück. Zurück im Dorf setzte ich mich ins TTK Restaurant und bestellte direkt zwei Menüs, weil ich so hungrig war: ein Falafelsandwich und einen Sabich und erholte mich von meiner spontanen Wanderung.

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Treffen nach 15 Jahren

Über Facebook und Instagram habe ich gesehen, dass ein ehemaliger Schulfreund mit seiner Freundin zu selben Zeit in Chiang Mai und Pai waren und wir trafen uns an einem Nachmittag in Pai. Sie waren seit Ende 2017 unterwegs. Der Nachmittag war mega gemütlich und wir hatten sehr interessante Gespräche. Es gibt viele Verfechter von sozialen Medien und gewisse Bedenken sind sicher berechtigt. Ich für mich finde die Erfindung toll und sie erleichtern und bereichern mein Leben sehr. Die ganze Vernetzung die weltweit möglich ist, finde ich genial.

Vorfreude ist die beste Freude

Das musste ich leider beim Restaurant Bom Bowl feststellen. Ich fuhr zum Restaurant, welches etwas ausserhalb lag, mit der Erwartung, eine leckere Frühstücksbowl zu bekommen. Als ich ankam wurde ich knapp begrüsst, weil die eine ihr Handy interessanter fand. Die Auswahl sah super aus und ich konnte mich kaum entscheiden. Als ich bestellen konnte, entschied ich mich für eine Bowl mit Federkohl und einen Kurkuma Latte. Die Bowl hatte viel zu viel Ingwer drin und den Kurkuma Latte konnte ich nicht trinken. Zu süss und zu klebrig, keine Ahnung was die da rein machten.

Das Tolle war jedoch, dass ich drei junge Deutsche kennengelernt hatte. Die beiden Mädels machten ein Gap-Jahr nach dem Abi und vor dem Studium und er hatte den Master in Mathematik abgeschlossen und war auch einige Monate unterwegs. Er hatte übrigens dieselbe Bowl bestellt und konnte sie nicht essen. Später hatten wir uns auf Facebook verbunden, damit wir uns in Chiang Mai für das Songkran Festival wieder treffen konnten.

Sonnenaufgang

Ein schöner Aussichtspunkt um den Sonnenaufgang zu sehen, fanden wir beim Yun Lai Viewpoint. Mit den beiden deutschen Mädels fuhren wir um 5.40 Uhr los und sassen für zwei Stunden auf einer Bank. Wir unterhielten uns über Gott und die Welt, versuchten gute Fotos von der schönen rot-orange glühenden Sonne zu schiessen und fuhren um 8 Uhr zurück ins Dorf, weil wir hungrig waren. Wir setzten uns in den Om Garden und blieben für glatte 8 Stunden sitzen. Es war unglaublich, unsere Unterhaltungen waren so interessant, dass die Zeit verflog.

Milchstrasse

An einem Abend, kurz nach 12 Uhr, traf ich die drei Deutschen wieder und wir fuhren etwa 30 Minuten aus Pai raus. Es war meistens richtig dunkel und etwas unheimlich. Wir wollten die Milchstrasse sehen. Der eine beschäftigte sich damit, hatte die Lichtverschmutzung in Pai abgeklärt und eine App, die zeigte, wo wir was am Himmel sahen (hätten sehen sollen). Wir parkierten unsere Roller an der Abzweigung von der Haupt- in eine Nebenstrasse und liefen runter auf ein Feld. Es gab eine offene Hütte, wo gerade niemand war. Wir setzten uns rein und schauten uns den Himmel an. Zwar sahen wir Sterne, aber nicht die Milchstrasse. Es war zu hell. Vermutlich waren die Daten nicht aktuell und die Strassenlampen, ausserhalb vom Dorf, neu und zu hell. Gemäss den Daten, hätte sich Pai in der Klasse 2 der Lichtverschmutzung befinden sollen. Dies bedeutete, dass eine Sicht auf die Milchstrasse hätte möglich sein sollen.

Jedenfalls war es recht unheimlich da draussen in der Dunkelheit. Wir hörten zwei Mal Schüsse und sahen  manchmal ein Licht, das sich bewegte. Eventuell hatten andere dieselbe Idee. Wir wussten es nicht und entschieden bald, wieder zurückzufahren.

Was cool war, ich hatte das erste Mal Glühwürmchen gesehen!

Reise nach Chiang Mai I

Für das thailändische Neujahr entschied ich, wieder zurück nach Chiang Mai zu fahren, wo etwas mehr los war. Am 12. April um 14 Uhr fuhr ich bei 37 grad Richtung Chiang Mai. Unterwegs wurde ich schon einige Male mit Wasser beworfen und musste meinen Rucksack und den Stoffbeutel wasserdicht einpacken.

In Chiang Mai angekommen, hatte ich eine kleine Kriese. Meine Orientierung ist nicht die beste und ich verlasse mich immer auf Googlemaps. Nur, da überall Wasser geworfen oder gespritzt wurde, war es keine gute Idee, das Handy hervor zunehmen. Hinzu kam, dass es viele Einbahnstrassen gab. Nach ein paar Mal herumfahren, schaffte ich es durchnässt zum Hostel.

Einheimische und Touristen standen überall mit Wassereimern und Wasserpistolen bereit um vorbeifahrende/-laufende Menschen nass zu machen. Ich war sehr froh um meinen, zwar nicht mehr ganz dichten, DryBag und die Plastikhülle fürs iPhone.

Songkran Festival

Das Thai Neujahr (Thai Wasserfestival) wurde vom 13. – 15. April 2018 gefeiert. Wasser soll Glück bringen und sowohl die Thais, als auch die Touristen wünschten sich gegenseitig seeeehr viel Glück! Da die Temperaturen bis fast 40 Grad anstiegen, war das Festival eine willkommene Abkühlung.

Am 13. April 2018, dem offiziellen Songkran-Start, traf ich die Mädels zum frühstück im Goodsouls. Wir stärkten uns, damit wir ready für den Tag waren. Ich möchte hier noch erwähnen, dass ich keine Wasser-Person bin. Ich war also sehr gespannt, was da auf mich zukam.

Wir deckten uns mit Wasserpistolen ein. Theoretisch hätte ich gerne eine der Grössten gehabt. Da sich die Mädels für kleinere entschieden haben, dachte ich, ich muss es ja nicht immer übertreiben und hatte mir auch eine Kleine gekauft. Was ich im Nachhinein etwas bereute 😉

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Wir begaben uns danach auf die Strasse und stürzten uns ins Getümmel. Nach wenigen Minuten waren wir von Kopf bis Fuss komplett durchnässt! Viele warfen mit eiskaltem Wasser, was weniger angenehm war als das lauwarme Flusswasser. Jung und alt, Thais und Ausländer, alle hatten unendlich viel Spass zusammen, wünschten sich “happy new year” und genossen das Wasserfest.

Songkran-chiangmai

Am Strassenrand gab es Stände für Wasser-Equipment, Essen, Trinken und Musik. Die Strassen waren voll von Menschen, Rollern und Autos. Alles wurde nass. Viele hatten grosse Wassertonnen auf dem Auto und warfen mit Wasser um sich.

Die drei Tage liefen ungefähr gleich ab. Zwischendurch setzten wir uns in die beiden Restaurants Goodsouls oder Reform Kafé, gönnten uns leckeres Essen und Erholung. Ab 15 Uhr war es nicht mehr so toll mit Eiswasser nass gemacht zu werden, denn die Sonne war nicht mehr so stark und es war im Schatten etwas kühl.

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Wie erwähnt, bin ich kein Wasser-Fan. Dieses Festival fand ich aber mega mega toll. Es hat so viel Spass gemacht, weil es so friedlich war. Niemand (bis auf ein paar männliche Touristen) spritzte mit den Wasserpistolen absichtlich ins Gesicht und es wurde Rücksicht genommen. Die drei Tage waren wirklich amüsant, anders und schön.

Songkran-chiangmai

Party @Maya Shopping Center

Jemand bekam die Info,  dass am ersten Tag beim Maya Shopping Center eine riesen Party war. Wir setzten uns in ein rotes, offenes Auto, die eine Mischung zwischen Taxi und Bus darstellten, und fuhren zum Shopping Center. Da war nicht wirklich etwas los, ausser einer kleinen Schaumparty. Deshalb fuhren wir bald wieder zurück in die Stadt. Wie immer, hatten wir die Leute aus dem Auto raus nass gemacht und umgekehrt. Alles in Massen.

Songkran-chiangmai

Und dann, nichts ahnend, wurde unser Auto mit riesen Eimern voll eiskaltem Wasser beschossen. Es war nur noch Geschrei und Gelächter zu hören. Damit hätte niemand gerechnet. Die Leute warteten mit Eimern und Tonnen, bis wir vorbeifuhren und griffen uns dann an. Das war sehr überraschend und sehr lustig. Das Auto glich danach einem Bach.

Bazar / Nachtmarkt & Jazz Bar

Ein Tuktuk fuhr uns zum Nachtmarkt. Da gab es viel verschiedenes Essen in einem Food Court und viele Stände, die alles mögliche verkauften. Die Mädels machten eine fussmassage und wir zwei anderen eine Nacken-/Schultern-Massage. Alles war mittelmässige Qualität und hatte sich nicht wirklich gelohnt. Den Abend liessen wir in der Jazz Bar mit besten Plätzen und richtig toller Live Musik ausklingen!

Badminton

Es war toll mit jungen sportlichen Menschen unterwegs zu sein. Denn ich würde gerne ab und zu Badminton oder Volleyball spielen, aber so alleine ist das eher schwierig. Die Mädels fanden die Badminton-Idee gut und ich fand eine Halle. An einem Nachmittag spielten wir zwei Stunden. Es hatte mega Spass gemacht. Die Ausdauer war kein Problem, jedoch musste ich danach meinen Rücken mit Tigerbalsam eincremen und ich war gespannt, wie krass der Muskelkater sein würde. Glücklicherweise war dieser nur sehr schwach spürbar.

Badminton-ChiangMai

Total übermotiviert fragte ich nach der Abreise der Mädels den Jungen, ob er mit mir Badminton spielen kommt. Er hatte in Deutschland oft Badminton gespielt und war auch sonst fit. Ich merkte schon nach wenigen Minuten einen krassen Unterschied zwischen dem spielen gegen Frauen oder eben einen Mann. Das Spiel war viel schneller und er flinker durch seine Erfahrung. Ich hatte ganz klar 3-0 verloren, aber es hatte auch Spass gemacht.

Netflix

Ich bin nun auch im Netflix-Verein. Da mir Filme und TV nicht viel sagen, war das nie interessant für mich. Nun hatte ich aber ein paar Filme empfohlen bekommen, die ich mir ansehen sollte. Einer war Zeitgeist. Er bestand aus drei Teilen und behandelte die Themen Christentum, 11. September und Banken. Wirklich sehr spannend! Auch One of us, ein Film über ultraorthodoxe Juden, war interessant. Dieser wurde aber, gemäss einer jüdischen Freundin, etwas übertrieben dargestellt. What the health ist ebenfalls sehr sehenswert und auch take your pills. Falls du diese Filme noch nicht kennst, kann ich sie alle empfehlen. Speziell What the health denke ich, sollte jeder gesehen haben.

Interessante Begegnung

Die Zeit mit den beiden Deutschen Mädels war so toll und spannend, dass ich dir gerne mehr über sie erzählen möchte. Beide sind 20 Jahre alt, haben Abitur gemacht und waren seit sieben Monaten am reisen. Angefangen hatten sie mit arbeiten in Australien, danach haben sie Neuseeland und ein paar asiatische Länder bereist. Wir hatten sehr viele gute und interessante Unterhaltungen und Diskussionen, auch wenn wir oft nicht derselben Meinung waren.

Für mich war in vielen Punkten sehr spannend zu beobachten, dass sie oft dieselben Gedanken und Einstellungen hatten, wie ich früher. Was überhaupt nicht heissen soll, dass sie naiv, unreflektiert oder total unerfahren waren. Das waren sie keineswegs.

Ich hatte aber wieder einmal realisiert, wie ich mich in den letzten Jahren verändert habe und mir wurde auch wieder bewusst, weshalb. Ich bin jeweils so dankbar für Begegnungen wie diese.

Inspiration

Mega gefreut hatte mich, als sie mir sagten, dass ich sie recht zum nachdenken gebracht hatte, was das ganze Thema rund um vegetarische und vegane Ernährung und Tierhaltung betraf. Sie teilten mir auch nach ihrer Weiterreise mit, dass sie versuchen kein Fleisch mehr zu essen und wenn, bewusster und weniger. Juppiiiie! Ich finde das immer sooo toll, wenn ich andere inspirieren kann und ein solches Feedback bekomme!

Etwas, was ich in den letzten Jahren ebenfalls lernen durfte ist, dass ich niemanden bekehren kann und das auch nicht tun sollte. Aber ich kann Informationen und meine persönlichen Beweggründe weitergeben. Auf diesem Weg bleibt auch viel eher etwas beim Gegenüber hängen.

Raus aus der Komfortzone

Damit man sich weiterentwickeln kann, ist es wichtig, die Komfortzone regelmässig zu verlassen und Dinge zu machen, die man noch nie machte oder die einem nicht so liegen. Eines dieser Themen bei mir ist: Komplimente machen. Vor allem bei Männern, die mir gefallen, war ich da immer etwas zurückhaltend, aus Angst rot anzulaufen und doof dazustehen 😉

Das erste Mal habe ich mich, nach einem Schubser von einer Freundin, dazu überwunden, einem tollen Mann zu sagen, dass er wunderschöne Augen hatte. Ales es raus war, war es erstens nicht schlimm und zweitens hatte es dem Gegenüber geschmeichelt. Also alles gut.

Ich glaube um die 21 Mal sollten neue Dinge getan werden, bis sie sich “normal” anfühlen. Das war also Nummer 1.

In Chiang Mai sass ein paar Meter vor mir beim Frühstück ein Mann. Sein Gesicht war wunderschön und ich wusste, das war meine Nummer 2. Nachdem ich hin- und her überlegte, wie ich das nun anstellen sollte und schon fast davon laufen wollte, stand er plötzlich vor mir. Ich schaute ihn an und sagte ihm einfach, dass er ein schönes Gesicht hatte. Nummer 2: check.

Ich bin sehr gespannt wer meine weiteren Komplimente-Empfänger sein werden. Ein Kompliment machen ist wirklich nichts schlimmes, im Gegenteil. Wer erhält denn nicht gerne Komplimente? Aber, ich weiss auch, dass mich das noch einige Überwindung kosten wird.

Back in Pai

Weil es mir in Pai so gut gefiel entschied ich, die letzten Tage nochmals da zu verbringen. Ich hatte im Hostel in Chiang Mai eine junge Deutsche getroffen, mit der ich mich sehr gut verstanden hatte. In Pai waren wir im selben Hostel und an einem Abend, als es ums Thema Drogen ging, hatten wir festgestellt, dass wir eine ähnliche Einstellung zu diesem Thema hatten. Pai ist allgemein auch dafür bekannt, dass hier Hippies leben, gerne mal gekifft und Pilze gegessen werden. Es ist aber kein Drogen-Dorf, falls du dir das jetzt so vorstellst, überhaupt nicht.

Je mehr wir uns darüber unterhielten, desto mehr interessierte es uns, wie so ein “Happy Shake” wohl sein würde. Im nächsten Abschnitt werde ich meine Happy Shake Erfahrung beschreiben. Falls du jetzt denkst, dass man nicht über Drogen schreiben sollte oder dass das niemand wissen darf, bin ich anderer Meinung. Ich fand es eine interessante Erfahrung und finde, dass Alkohol, Zigaretten und Konsum-/Kaufsucht genau so Drogen sind und sehr vielen Menschen schaden, weil sie im Übermass konsumiert werden. Der Unterschied liegt lediglich darin, dass diese “Drogen”  in der Gesellschaft anerkannt sind.

Happy Shake

Ich hatte irgendwie das Gefühl, dass ich gerne mal einen solchen Shake probieren würde, hatte aber auch etwas Schiss davor, weil ich ja nicht wusste was passierte und weil ich, wie immer zu allem, auch schon mal Horrorgeschichten gehört hatte.

Irgendwann im Gespräch hatte ich sie angeschaut und wollte sie fragen, ob sie das schon mal probiert habe und ob sie dabei wäre. Im selben Augenblick schaute sie mich an und wollte dasselbe fragen. Nun wussten wir, dass wir uns bei einander gut aufgehoben fühlten und waren interessiert, einen Shake zu probieren.

Wir hatten beide überhaupt keine Ahnung wie die Pilze wirken sollten, was zu beachten war, etc. und waren sehr gespannt. Damit wir etwas im Magen hatten, gingen wir gut essen und hatten auch beschlossen, dass wir nur je einen halben Shake trinken. So wollten wir sicherstellen, dass wir nicht irgendwo in einer anderen Welt landen.

Vorbereitung

Zwischen 17 und 18 Uhr fuhren wir mit unseren Velos zu einer Bar, setzten uns in eine Hängematte und bestellten einen Happy Shake in zwei Bechern. Wir schauten auf die Uhr, damit wir wussten, wann wir begonnen hatten, falls wir das Zeitgefühl verlieren würden oder überlegen, noch mehr zu trinken, weil es (noch) nicht wirkt.

Die Dosierung war genau richtig. Wir waren nie im Mickey-Mouse Land, sondern einfach sehr konzentriert und fokussiert. Manchmal hatten wir uns ausgetauscht, was wir gerade sahen oder fühlten und manchmal lagen wir einfach in der Hängematte und beobachteten uns und die Umwelt. Wir lebten im Moment und hatten diesen genossen.

Konzentration und Kreativität

Irgendwann musste ich aufschreiben was ich gerade überlegte oder feststellte, weil ich wusste, dass ich das am nächsten Tag wahrscheinlich nicht mehr wusste oder als nicht wichtig erachtete.

Die iPhone Tastatur war lustig. Die Buchstaben waren grösser als normal und in 3D. Die Buchstaben, die ich am meisten verwendete waren in der Mitte (ist deshalb die Tastatur so aufgebaut?) und etwas eingesenkt, wie in einer Arena. Die anderen standen quasi auf den Rängen und warteten, bis sie auch angetippt wurden.

Als ich die Bäume und Büsche anschaute, merkte ich, dass mein Blick klarer war und ich die Strukturen besser wahrnahm als sonst. Ich fühlte mich wie als Kind, als ich Bäume, Wolken oder Wasser beobachtete und meiner Fantasie freien Lauf lassen konnte. Ich liess einfach auf mich zukommen, was wollte. So sah ich auch im einen grossen Baum zu erst Monster. Ich wollte jedoch etwas schönes sehen. Die Monster verwandelten sich dann in grosse Teddy-Bären.

So ging das ungefähr vier Stunden lang. Ich hatte sehr viel Wasser getrunken und musste dementsprechend oft auf Toilette. Sobald ich aufstand, war ich wie aus “meiner konzentrierten Welt” ausgestiegen und dann wieder eingestiegen. Ich konnte ganz normal denken und reden, hatte nur nicht so lust darauf.

Grundsätzlich waren wir beide sehr konzentriert, präsent im Moment, fokussiert und mit analysieren der Umwelt und uns selbst beschäftigt. Wir tauschten uns oft aus und merkten, dass wir genau dasselbe feststellten. Vielleicht war das ein Zeichen, dass wir das Leben bewusster und ruhiger leben sollten und vor allem die Kreativität zulassen?

Wir hatten auch festgestellt, dass es unmöglich war, das gefühlte in Worte zu fassen, es war viel grösser und in Worten klang alles irgendwie plump. “Faszinierend, wie alles über die Gefühle geht. Gedanken sind wie eine Art Transformation der Gefühle, aber kanalisiert und noch mehr kanalisiert gehen sie an Worte über. Diese Worte sagen aber nie das, was das Gefühl wirklich zeigt”, das war die Beschreibung in dem Moment.

Einmal meinte sie, ich soll die Augenschliessen und schauen was passierte. Wow! Ich sah farbige und schwarzweisse Bilder, jeweils für ein paar Sekunden, aber die wären museumsreif gewesen. Kreativ und abwechslungsreich. Ich hatte mich dann gefragt, ob die Künstler immer kreativ sind, oder ob sie die magic mushrooms auch schon entdeckt hatten 😉

Plötzlich war es vorbei

Kurz vor 23 Uhr wurde mein Kopf leichter und die Umgebung etwas heller. Ich hatte mich gefragt, wie lange wir schon hier waren, ob es vielleicht Zeit war zu gehen, weil ja einfach nur in der Hängematte liegen auch etwas langweilig war. Langweilig? Da wusste ich, ich war wieder zurück.

Ganz lustig war, als wie ein Zeichen, ein Lied gespielt wurde. “It’s a lonely night, everybody is happy”. Wir schauten uns an und mussten lachen. Denn das war genau dasselbe Lied, das gespielt wurde, als wir uns mit dem Shake in die Hängematte setzten. Es war also Zeit, nach Hause zu fahren und schlafen zu gehen.

Irgendwann später hatte ich mir den Film take your pills angeschaut und eine Frau erklärte, dass Pilze konzentrationsfördernd, wie Ritalin, wirken würden. Nur eine Überdosierung würde zu Halluzinationen führen. Falls das stimmt, hatten wir alles richtig gemacht und konnten genau das bestätigen.

Der nächste Tag

Am nächsten Tag fühlte ich mich extrem schlapp. Ich ging essen und hatte fast den ganzen Tag wieder in der Hängematte verbracht. Ich hatte sehr gut bemerkt, dass mein Körper etwas zu verarbeiten und abbauen hatte. Aber: ich war ja frei und hatte alle Zeit der Welt um mich zu erholen.

Ich war froh um diese neue Erfahrung, hatte aber nicht das Bedürfnis in nächster Zeit wieder einen Happy Shake zu trinken.

Von Pai nach Chiang Mai II

Am 25. April 2018 war meine Zeit in Thailand fast vorbei. Ich fuhr mit dem Minibus zurück nach Chiang Mai, hatte noch ein paar Besorgungen gemacht und einiges erledigt, bevor ich am 26. April 2018 von nach Manila flog.

 

Hinweis: Sämtliche Informationen basieren auf meinen Erfahrungen, den Aussagen verschiedener Menschen und Guides.

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